3D/S3D Trend oder Trash?

Luzifuss
Alle Jahre (oder Jahrzehnte) wieder erfasst uns ein kleiner oder grosser 3D-Boom. In den letzten ein bis zwei Jahren schwappt diese Welle immer mehr durch das Kino in Form von Filmen in der (echten) dritten Dimension. An sich ist das Thema nichts Neues und die verwendeten Verfahren sind teilweise schon vor der Geburt unserer Urgrossväter ausgekungelt worden. Allerdings ist die jetzt erreichte Einfachheit und Perfektion ein anderer Schnack. Und so springen immer mehr Firmen auf den Zug auf und bieten ihre Produkte an. Dabei dringen die Hersteller in Bereiche vor, die vor einiger Zeit noch einer handvoll Profis und Freaks vorbehalten war.


Alle Lösungen setzen dabei auf die Stereoskopie. Die dritte Dimension nehmen wir als Menschen wahr, weil wir zwei Augen haben, die in einem Abstand von ein paar Zentimetern die Umwelt wahrnehmen. So erhalten wir von ein und dem selben Objekt, welches wir angucken, zwei leicht versetzte Bilder. Im Gehirn wird daraus ein dreidimensionales Abbild. Bei der Stereoskopie werden uns auch zwei Bilder geliefert, für jedes Auge eines. Die Verfahren, die uns diese beiden Bilder liefern, bzw. filtern, unterscheiden sich geringfügig. so gibt es Brillen mit Farbfiltern (z.B. Rot-Grün, Rot-Cyan oder Magenta-Grün). Das Bildmaterial ist dabei farblich verändert (anaglyph). Somit ist das Farbspektrum recht eingeschränkt. Andere Brillen filtern das Bild durch Polarisationsfilter. Hier macht man sich zu nutze, dass das Licht eine Welle ist. Wellen schwingen. Durch Filter lässt sich das Licht aufsplitten in Licht, welches beispielsweise hochkant schwingt und welches, das seitwärts schwingt. Die Polfilterbrillen lassen nur jeweils eines der Schwingungsart durch. Dieses Verfahren wird in sehr vielen Kinos verwendet, da die Brillen recht günstig in der Anschaffung sind. Der Nachteil liegt in der Projektion. Das Licht darf bei der Reflektion auf Leinwänden nicht oder nur wenig verändert werden, da es sonst nicht mehr polarisiert ist. Ein weiteres verwendetes Verfahren ist die Shutterbrille. Hierzu hat man eine Brille, in der LCD-Elemente in den Gläsern stecken. Diese Gläser lassen entweder das Licht durch oder verdunkeln sich. Es wird immer abwechselnd die Durchlässigkeit für je ein Auge geschaltet. Im gleichen Takt wird das Bild für jeweils ein Auge auf der Leinwand oder dem Bildschirm angezeigt. Damit das Auge aber kein Flackern wahrnimmt, muss die Bildwiedergabe sehr schnell erfolgen. Ein Richtwert ist 120Hz. Diese 120Hz halbieren sich pro Auge. Jedes Auge bekommt 60Hz. Ist die Taktung langsamer als 120Hz, nimmt man das Flackern verstärkt wahr, was wiederum sehr anstrengend wirkt. Es gibt auch Verfahren, die ohne Brille arbeiten, aber diese Systeme kranken noch unter mehreren Problemen. Der 3D-Effekt ist nicht so durchdringlich, wie bei den durch Brillen gefilterten Verfahren. Auch erfordert sie vom Zuschauer eine genau definierte Position vor dem Monitor, bzw. Fernseher. Diese Verfahren arbeiten mit Lentikularlinsen, die auf dem Monitor/Fernseher aufgetragen wurden. Dieses Verfahren kennen wir aus der Kindheit vielleicht noch von den kleinen Wackelbildern, die eine geriffelte Oberfläche hatten.


Am PC gab es schon vor über 10 Jahren die Möglichkeit, vor dem heimischen PC-Monitor die dritte Dimension in Spielen zu erleben. ELSA bot für NVIDIA-Grafikkarten eine Shutterbrille namens "3D-Revelator" an. Das System krankte einerseits an der noch fehlenden Leistungsfähigkeit der PC-Hardware, aber auch an den vielen Bildröhrenmonitoren, die teilweise zu langsam waren. Monitore für ein flackerfreies Sehvergnügen waren etwas kostspieliger, um die 120Hz in einer annehmbaren Auflösung zu liefern. Mit dem Aufkommen der LCD/TFT-Monitore wurde dieser Technik erstmal ein Riegel vorgesetzt. Die Bildelemente waren zu langsam für Shutterbrillen. Das Limit der ersten und auch heute üblichen Monitore liegt bei 60Hz - also nur die Hälfte dessen, was man braucht. Aber auch mit Polfilterbrillen kam man bisher nicht auf seine Kosten, da die LCD/TFT-Monitore ein leicht eingeschränktes Farbspektrum haben und es sich als nicht so einfach herausstellte, bei Bildschirmen das licht zu polarisiert auszugeben. Pioniere der Neuzeit sind hier Samsung und Zalman, die beide recht passable Geräte auf den Markt brachten.Zalman´s Lösung nutzt Polfilterbrillen (mit TriDef Treiber/Software). Die Nachteile des Verfahrens sind eine leicht eingeschränkte Tiefenwirkung und einer reduzierten Auflösung in der 3D-Darstellung. Samsung setzt beispielsweise auf die Shutterbrille und haben einen Monitor im Angebot, der die benötigten 120Hz packt. Doch Samsung liefert selbst keine passende Shutterbrille. Diese muss von Nvidia in Form der "3D-Vision" beschafft werden. Doch seit diesem Jahr liefert auch Acer Monitore aus, die für Shutterbrillen geeignet sind. Andere Hersteller folgen.


Zalman-Website -> 3D
TriDef-Website -> Infos/Produkte

Samsung-Website -> 3D Monitor
Nvidia-Website -> 3D-Vision


Alle bisherigen Monitor/Fernseher-Angebote haben den Nachteil des Ghostings. Das heisst: Zusätzlich zur dreidimensionalen Darstellung überlappt das Bild von jeweils einem Auge. Somit erhalten dargestellte Objekte eine Art "Aura", einen unscharfen Umriss, bzw. Doppelbilder. Das hängt damit zusammen, dass die Geräte nicht zu 100% in dem Tempo das Bild liefern, wie es benötigt wird. Sie packen nicht den gleichmässigen Takt der Shutterbrillen. Diesen Nachteil haben die 3D-Ready-DLP-Beamer nicht. Sie liefern ein klares Bild. Deren Nachteile liegen eher in der Preisgestaltung. Es gibt schon Beamer ab 300Euro, die 3D-fähig sind, aber diese liefern nur die geringe Auflösung von 800x600 Pixeln. Verdoppelt man den Preis, erhält man zumindest schon mal 1024x768 als native Auflösung. Von dort an steigen die Preise sprunghaft an. Für die HD-Auflösung liegt der Kaufpreis im Bereich eines Neuwagens.


Acer-Website -> Beamer X110
Acer-Website -> Beamer H5360
(Hinweis: eMachines bietet den H5360 unter anderer Bezeichnung für 100Euro weniger an - leider hab ich keine Infos auf die Schnelle gefunden)

Optoma-Website -> Beamer HD66


Übrigens ist nicht jede Grafikkarte für die Umsetzung der Spiele in der dritten Dimension geeignet. Nvidia setzt mindestens eine Geforce 8xxx voraus für 3D-Vision. Doch das heisst nicht, dass nun Besitzer einer Geforce 8400 sich freuen dürfen. Die Leistung der Karte langt bei Weitem nicht aus, um Spiele auf Trapp zu bringen. Immerhin muss die Karte nun je ein getrenntes Bild pro Auge berechnen. Dazu sollte man schon eine Grafikkarte zulegen, die im Highend-Bereich angesiedelt ist. Doch selbst dann muss man die Grafikeffekte reduzieren, um eine flüssige Darstellung zu bekommen. Auch ist nicht jedes Spiel wirklich 3D-fähig. Generell sind alle DirectX-Spiele 3D-fähig. Doch wurden die Spiele nicht drauf ausgelegt. In Egoshootern wird beispielsweise das Fadenkreuz zum Zielen ein Problem. es klebt zweidimensional vorn auf der Mattscheibe. Blickt man nun in die "Ferne", so sieht man das Fadenkreuz doppelt. Nvidia hat daher ein eigenes Fadenkreuz in den Treiber integriert, welches dreidimensional platziert wurde. Auch wurden einige Grafikeffekte nicht wirklich räumlich angeordnet. Durch die echte 3D-Darstellung werden diese nun "enttarnt". Oft haben die Spiele Probleme mit der Darstellung von Feuer, Wasser, Rauch und Explosionen - aber auch Schatten und Hintergründe.


Notebooks wurden von dem Trend auch nicht verschont. Asus und Acer haben jeweils ein Notebook ins Rennen geschickt, die auf die dritte Dimension setzen. Das Notebook-Display von Asus liefert 120Hz und verwendet die "3D Vision"-Shutterbrille von Nvidia. Das Acer-Notebook hingegen setzt auf Polarisationsfilter, wie der obig erwähnte Zalman-Monitor. Die Presse ist zu den Geräten geteilter Meinung. Die einen behaupten, es wäre gut nutzbar, andere meinen, dass die Leistung von Notebooks zu schwachbrüstig für diesen Bereich wäre. Auch gab es treiertechnische Anlaufschwierigkeiten bei Asus. Vom Preis her ist zumindest das Acer-Notebook einen Versuch wert (unter 800Euro).


ASUS-Website -> 3D Notebook

Acer-Website -> 3D Notebook


Spielkonsolen sind noch nicht ganz so weit, die dritte Dimension zu betreten. Zwar gibt es jetzt schon Ansätze für die Playstation 3, aber diese sehen derzeit nicht ganz so rosig aus. So packen die Spiele nicht mehr die 1080p-Auflösung, sondern werden auf 720p runtergefahren, um in 3D spielbar zu bleiben. Einige Hersteller haben auch schon zugegeben, dass ihre Konsolen nicht die ausreichende Hardwarepower haben. Die aktuelle Konsolengeneration ist ja schon seit Jahren auf dem Markt und ein wenig vom 3D-Trend überrollt worden. Das wird sich wohl erst mit den Nachfolgern wirklich zufriedenstellen richten lassen. Doch einzig Nintendo hat eine Neuauflage des Nintendo DS für das nächste Jahr angekündigt, der ein 3D-Bild liefern soll.


Heise.de -> News/Info zu PS3 und 3D
Heise.de -> News/Info zu Nintendo 3DS


TV/Video - hier ist bisher noch kein wirkliches Machtwort gesprochen. Samsung und Panasonic sind mit ersten 3D-fähigen Fernsehern auf dem Markt vertreten. Es fehlt hier nicht an der Technik, sondern am Bildmaterial. Erst mit der Fussball-WM soll sich in diesem Jahr das 3D-Fernsehen wirklich entwickeln. Dort fehlt derzeit einfach das Angebot - geschweige denn, dass man wüsste, in welcher Form sie das Bildmaterial ausstrahlen. Die aktuellen Blue Ray-Player liefern das Bild per HDMI 1.3-Anschluss. Der reicht nicht aus, um 3D-Filme auf die Mattscheibe zu zaubern. Die neuen Player haben daher HDMI 1.4 - wobei hier nur meines Wissens ein Gerät von Samsung erhältlich ist. Sonny hatte zwar versprochen und gesagt, dass die Playstation 3 HDMI 1.4-tauglich sei, hält aber das passende Firmware-Update schon seit langer Zeit zurück. Sony scheint wohl so lang zu warten, bis sie mit ihrer eigenen 3D-Technik auf den Markt kommen. Aber auch hier ist das Angebot an Filmen viel zu gering. Mir ist derzeit nur "Monsters vs. Aliens" bekannt, welches man in 3D geniessen könnte - sofern man auf Kinderfilme steht. Im letzten Jahr gab es auch noch nicht wirklich viele Filme, die im Kino in 3D liefen. In diesem Jahr ist fast jeder Film im Kino in 3D angekündigt. Das wird sich wohl erst noch Mitte/Ende diesen Jahres zeigen, wie es sich für den Heimbereich entwickelt.


Samsung-Website -> 3D TV 40Zoll
Samsung-Website -> 3D TV 46Zoll
Samsung-Website -> 3D Blueray-Player

Panasonic-Website -> 3D Info
Panasonic-Website -> 3D TV


Fotografie/Filmtechnik - hier sieht es nicht ganz so mager aus. Fujifilm und ein paar andere Hersteller haben schon erste Kameras für den Heimgebrauch herausgebracht. Noch sind sie nicht ganz so günstig zu haben, aber noch ist die Technik zu neu und die Preise werden mit der Zeit noch purzeln. Die Kamera von Fujifilm ist kompakt gehalten und richtet sich nicht gerade an die Profis. Sie ist leicht zu bedienen und die Bilder lassen sich direkt an der Kamera in 3D betrachten. Fujifilm liefert auch den passenden digitalen Fotorahmen, um zu Haus die Bilder anschauen zu können. Durch einen Fotoentwicklungsservice gibt es die Möglichkeit, die Bilder in 3D anfertigen zu lassen (Lentikular). Am PC lassen sich mittels Nvidia´s "3D-Vision" die Bilder, bzw. Filmchen auch schon so anschauen.


Fujifilm-Website -> 3D Kamera


Für den PC gibt es für den Spass zwischendurch zumindest schon mal eine Webcam für die dreidimensionale Darstellung, die Minoru 3D.


Minoru3D-Website -> Infos zur 3D-Webcam


Sodele, das war mein kleiner Streifzug durch die digitale 3D-Welt. Mit Sicherheit hab ich einige Sachen vergessen. Aber praktischerweise ist das ein Forum, sodass Ihr da gerne Sachen ergänzen dürft - zumal ich bestimmt hier und da auch Fehler reingehauen hab. Mich würde interessieren, in wie weit Ihr Euch dem 3D-Hype anschliesst oder schon angeschlossen habt. Auch würde mich interessieren, was Ihr davon so haltet. Also haut mal in die Tasten. Meine Tastatur lasse ich erstmal abkühlen...^^
rocky7
Ein sehr schöner Beitrag Luzi, danke für die Zusammenstellung an Infos zum Thema 3D. Auch ich hatte damals die 3D-Revelator. Es war schon beeindruckend, Tomb Raider im 3D Modus zu spielen.
Luzifuss
@Rocky: Hatte damalig extra aufgepasst, eine passende Grafikkarte einzubauen, aber hab´s dann total verschlonzt, mir die Brille zu holen. Als die Brille dann für´n Appel und ´n Ei hinterher geschmissen wurde, war ich skeptisch. Kurz danach verschwand die Brille vom Markt. Naja, am Jahresanfang bin ich auf den 3D-Vision-Zug aufgesprungen. Macht auch tierrisch Laune, die Spiele "hautnah" zu erleben. Hier ist es allerdings Tomb Raider Underworld, wo Lara eine gute Figur macht. Den optisch besten Eindruck hat man allerdings in "Call of Duty - Modern Warefare 2". Man wird förmlich in das Spiel hineingezogen. In Trackmania möchte man am liebsten die Brille vom Kopf reissen, wenn man mal gegen ein Hindernis kracht. Andere Rennspiele (z.B. Need for Speed Shift) sind da enttäuschender. Auch Crysis hinterlässt einen relativ miesen Eindruck.
Borderline
Wir warten auf Arbeit auch sehnlichst auf die ersten 3D Fernsehr. Jaaaaa ich bin gewechselt von PC zu TV Augenzwinkern

Wenn die endlich mal kommen, werd ich ausgiebig testen und berichten Freude
rocky7
Zitat:
Original von Borderline
bin gewechselt von PC zu TV


^^Wo hin?
Borderline
Wie wohin?
rocky7
Wo hin bist Du denn gewechselt?
Bist nicht mehr im PC Geschäft?
Borderline
Wie heisst's so schön? Is nicht(mehr) meine Abteilung Zunge raus

Bin seit Oktober nichtmehr in dem Laden Augenzwinkern
rocky7
Zitat:
Original von Borderline
Wie heisst's so schön? Is nicht(mehr) meine Abteilung Zunge raus

Bin seit Oktober nichtmehr in dem Laden Augenzwinkern


Du hast Post...
Mike
Zitat:
Original von Borderline
Wie heisst's so schön? Is nicht(mehr) meine Abteilung Zunge raus

Bin seit Oktober nichtmehr in dem Laden Augenzwinkern


Ist doch egal, Hauptsache Arbeit... Freude Freude
gazuta
Ich brauche es nicht. Mein Opa hat einen 3D Fernseher und ich fand das irgendwie strange, wenn die Fische in einer Unterwasser-Doku plötzlich außerhalb des Fernsehers im Raum schwimmen. Find das irgendwie bekloppt. Genauso wie ich nicht 50 € für einen Parker Kugelschreiber ausgeben würde. Da tut es einer, den ich als Werbegeschenk bekommen habe auch! Die werden 3D-TVs werden mittlerweile zwar billiger, aber ich weiß nicht, ob das tatsächlich einen Mehrwert hat!
Luzifuss
Naja, warum sich 3D-Fernseher und Monitore allgemein lohnen, ist rech simpel: Die Geräte haben in Szenen, wo hektische und schnelle Bewegungen vorkommen ein gutes nicht verwischtes Bild. Also in 2D sind die Fernseher auch besser. Der 3D-Effekt wird nicht von jedem gleichermassen wahrgenommen. Wenn eine Hornhautverkrümmung vorhanden ist, wird´s schon schwierig. das 3D-Material ist noch immer recht dürftig vorhanden. Obwohl im Kino schon einige Filme liefen, schaffen die meisten den Sprung nicht auf 3D-Bluray oder sind nur im Bundle mit einem Fernseher erhältlich.

Was den Mehrwert angeht: Wir sehen 3D. sonst wären die zwei Augen in der Form unsinnig. Fernsehen tun wir aber in 2D, was ein Rückschritt bedeutet. Dennoch ist 3D in vielen Filmen blödsinnig, da der Film in 2D auch wirkt. Also ist dort 3D kein Mehrwert. Doch Fernsehen an sich ist kien Mehrwert, sondern bloss ein Zeitvertreib. Ein Mehrwert wäre die Visualisierung technischer Dinge, z.B. Häuser, die ein Architekt grad entworfen hat oder so, aber nicht der x.tausendste Bruce-Willis-Actionfilm, auch wenn der diesmal in 3D wäre oder sowas lahmes wie Fussball.

Bei Filmen kommt es auch auf die 3D-Qualität an und ob der Film speziell für dieses Medium gemacht wurde. Avatar war nicht umsonst so ein Erfolg. Andere Filme hingegen wurden in 2D gefilmt und anschliessend in 3D konvertiert. Dabei kommt halt oftmals nur Murks raus - Geldschneiderei...

In Konsolen- und PC-Spielen ist 3D eigentlich "geschenkt". Immerhin werden die Spiele so oder so in 3D berechnet. Das nicht zu nutzen wäre so, als ob man absichtilich nur mit einem Auge guckt...
Karan
Ich finde 3D im Moment noch ziemlich nutzlos.
In den Filmen, die ich bisher gesehen habe, waren die Effekte nun nicht wirklich nötig. Da wars mal wieder Geld zum Fenster rausschmeißen, imo.
Gleiche gilt für 3D-Fernseher. Da würd ich (noch) wesentlich mehr Wert auf andere (Zusatz-)Funktionen geben.

In Spielen könnte das natürlich ein ganz anderes Feeling geben, geb ich dir recht, Luzifuss. Hab das leider bisher noch nicht getestet.
Aber ich denke, dass da auch die Entwicklung hingehen wird und vor allem muss. Viel bessere Grafik wird man aus jetzigen Spielen denk ich nicht mehr rausholen können.
Borderline
...nur haben TV's mit gehobener Ausstattung mittlerweile automatisch 3D (auch schon im 32" Bereich), ob du's willst oder nicht Augenzwinkern
Karan
Naja, gut, aber ich meine, dass das für mich kein Auswahlkriterium wäre, ob ich jetzt diesen oder jenen bevorzugen würde.

Wie's aktuell bei TVs aussieht, weiß ich eh nicht.
Das letzte mal hab ich vor gut einem Jahr geschaut, als ich mir einen neuen zugelegt hatte. Und da war das nur ab 1200+ € mit bei (und damals sahs erst recht nicht gut aus, imo großes Grinsen )
Luzifuss
@Karan: Bis Dein jetztiger Fernseher alt oder kaputt (oder beides) ist, werden die 3D Fernseher auch längst im Low-Budget-Bereich angekommen sein. In diesem Jahr sind ja schon einige Geräte unterhalb der 999Euro-Marke gerutscht. Und Monitore sind auch schon (mit etwas Glück) für 180-250Euro zu haben (vorher 350-400Euro).



Zu Spielen (und Grafik):

Du schreibst, man könne nicht "mehr" an Grafik rausholen. Das stimmt so aber nicht. Im PC-Bereich fehlt seit ca. 2008 ein Weiterkommen. Die CPUs werden immer leistungsfähiger, die GPUs der Grafikkarten ebenso. Und trotzdem trampeln wir seit 2008 auf der Stelle herum. Crysis/Crysis Warhead sah "damals bombastisch aus, wenn der Rechner genug Leistung hatte. Danach ist aber so kaum noch was passiert. Selbst Crysis 2 ist ein Schritt zurück in die Vergangenheit und kein Schritt nach vorn. Es spielt sich flüssiger als die vorangegangenen Cryis-Teile, aber das ist ja auch kein Wunder. Crysis 2 reizt am PC einfach nichts aus. Das Spiel sieht aus wie eine popelige Konsolen-Konvertierung. Oder "Homefront". Das Spiel hätte grafisch in dieser Form auch schon vor drei oder vier Jahren rauskommen können. Ooooooder das lang ersehnte "Duke Nukem Forever". Also dem Spiel sieht man die 14 Jahre Entwicklungszeit wirklich nicht an. Auch das wirkt altbacken und auf Konsolen getrimmt.

Der PC ist bei Spielen nicht mehr das Maß der Dinge, wie es vor 4-5 Jahren noch war - und selbst da war schon ein Abwärtstrend spürbar. Das grosse Geschäft machen die Hersteller mittlerweile mit Konsolenspiele. Früher standen Konsolenspieler neidisch vor dem PC-Bildschirm und ärgerten sich, dass solch ein Spiel nicht für Konsole rauskam. Heute stehen wir neidisch vor dem Fernseher und ärgern uns, wieso es sowas nicht für den PC gibt.



Zu den Filmen:

a) Es macht einen Unterschied, ob der Film für Kino oder vorangig Bluray mit dem 3D-Effekt gedreht wurde. Filme für´s Kino haben auf Bluray einen "platteren" 3D-Effekt. Das geht aus technischen Gründen eben nicht anders - es sei denn, sie würden den Film zweimal in 3D filmen oder drei Kameras auf einen Schlitten montieren.

b) Nicht alle Filme, die auf dem Markt sind, wurden wirklich in 3D gefilmt. Diese Filme wurden nachträglich in 3D konvertiert. Das Verfahren ist aufwändig, kostspielig und das Ergebnis ist ein wenig zweifelhaft. So, wie man es am besten nicht macht, sieht man im Film "Kampf der Titanen".

c) Nicht alle Kamerateams haben die notwendige Erfahrung, um solche Filme zu drehen. was das angeht, haben die Macher von Avatar, allen voran Cameron, das meiste Know-How erarbeitet. Damit meine ich jetzt vorangig nur die Kameras.

d) Die meisten Filmemacher haben die Vorzüge von 3D noch nicht so richtig verinnerlicht. Das erkennt man daran, wie einige Filme aufgebaut sind. Gut gemachte 3D-Filme verlangen eine ganz andere Kameraführung und auch ganz andere Schnitt-Timings. Denn Schnitte reissen einen jedesmal raus aus dem 3D-Feeling. Je flüssiger die Übergänge, umso besser. Das widerspricht aber 2D-Filmen, wo gerne in wilder Action sehr viele Schnitte in kurzer Abfolge kommen. Auch haben viele noch nicht den Dreh raus, wie sie den Film interessant in 3D wirken lassen. Dabei passieren so viele Patzer.

Stereo 3D ist eben nicht nur für uns Endkunden Neuland, sondern auch für die Produzenten, Regisseure uvm. Einige machen den Fehler und produzieren in 3D, nur um den Film nachher mit dem Stempel "3D" verkaufen zu können. Solche Filme fallen auch alle naslang beim Publikum durch.

Resident Evil - Afterlive: Der Film ist in 3D ganz lustig. Die Schnitte und Kamerafahrten sind auf 3D ausgelegt. Insgesamt wurde hier öfter an 3D gedacht, als an 2D. Das hat dann den Nachteil, dass der Film in 2D irgendwie stumpf wirkt. Die Resident Evil-Filme waren noch nie so der Superkracher. Nur trotzdem haben die Macher gut aufgepasst.

Kampf der Titanen: Hier ging es um die oben erwähnte Effekthascherei. Hauptsache man konnte den mit 3D stempeln, in der Hoffnung, dass sich so mehr dumme Käufer abgreifen lassen. Der Film wurde nicht in 3D gefilmt, sondern hinterher erst konvertiert - und wurde damit zum Beispiel, wie man es nicht machen sollte.

Avatar: Echt ordentliche Arbeit. Der Film ist nicht frei von Fehlern, aber im Grossen und Ganzen erkennt man, dass sich da die Leute sehr viele Gedanken gemacht haben. So wirkt der 3D-Effekt angenehm und erzeugt nicht die Kopfschmerzen, die leider bei sehr vielen Filmen entstehen.

Zeichentrickfilme, die am Computer entstanden, also von "Haus aus" schon in 3D berechnet wurden, haben schlichtweg einen Heimvorteil. Egal ob jetzt "Monsters vs. Aliens" oder "Megamind", die Filme rocken in 3D einfach (wenn die Handlung solcher Kinderfilme nicht immer so schwächeln würde).



3D im Kino:

oha, ein Leidensweg. In vielen Kinos wurden Sääle mit 3D-Technik ausgerüstet. Doch wurde vergessen, dass auch das Personal, welches die Geräte bedient, mit der Technik vertraut gemacht werden müsste. So gibt es nicht wenig Kinos, wo die Technik nicht eingestellt und abgestimmt wurde. Wenn der 3D-Effekt vergurkt dargestellt wird (Doppelbilder, Geisterbilder), sollte man sein Geld zurück verlangen.



Uuuuuuuuuuuuuuuuuund was ich auch noch beobachte:

Viele (er)warten bei 3D, dass da gleich eine Achterbahnfahrt losgeht, wie im Vergnügungspark. Nur was soll da gross passieren? 3D Sehen heisst ja nicht, dass man plötzlich wie auf Drogen Dinge sieht, die sonst nicht da sind oder dass man gleich ein Kribbeln im Bauch hat, wie wenn eine Achterbahn den Hügel runter prescht.

Wir alle (zumindest die, mit zwei funktionierenden Augen) sehen in unserem Leben alles in 3D. Sobald wir beide Augen aufmachen morgens, sehen wir 3D, bis wir abends zu Bett gehen und die Augen schliessen.
In der 3D-Filmtechnik geht aus auch nur darum, dem sonst "platten" Film einfach die dritte Dimension zu geben, die wir ja sowieso im normalen Leben sehen. Denn bisher wurden wir ja um die dritte Dimension beraubt. Theaterstücke sehen wir auf der Bühne in 3D. Erst durch die Anfänge der Filmtechnik, wurden wir um die dritte Dimension beraubt.

3D soll kein "Wow-Effekt" sein. Es geht nur darum, dass wir nicht mehr das Gefühl haben vor einem platten Bild zu sitzen, sondern "im" Film drin sind.
Borderline
wiki reif ^^

Freude finger_001 applaus
Luzifuss
@Bordi: Dangööö, aber von der Wiki ist das meilenweit entfernt. Das war Kindergarten-Vorstufe. 3D-Technik ist verdammt komplex. Ich hatte mich da selber schon versehen mit. Vor ca. 8-9 Jahren hatte ich mal selber versucht ein Stereo-3D-Live-Kamera-System für mein RC-Kram zu frickeln. Bin da aber so derbst blauäugig rangegangen, dass es erstmal zum scheitern verdammt war.

Wie ich mittlerweile einsehen muss, lässt sich das noch nicht mal nach 9 Jahren realisieren, was ich mir damals in den Kopf gesetzt hatte. Die Technik wäre schon weit genug, aber die Basis, wo das ganze stattfinden sollte, ist der Griff ins Klo.