Schwerer Sturz bei Tour de France

Karan
Tour-Zweiter Beloki schwer verletzt -
mit Oberschenkel-Bruch in Klinik!



Die letzte Tour-Etappe in den Alpen. Die erhoffte Attacke von Jan Ullrich auf Gelb-Gigant Lance Armstrong in den Bergen blieb aus. Doch auf der letzten Abfahrt vor der Zielankunft in Gap erlebten wir das bislang größte Drama dieser Tour de France.
Joseba Beloki (ONCE), der stärkste Gegner von Lance Armstrong, stürzte schwer. Bei rund 40 Stundenkilometern blieb das Hinterrad des kleinen Spaniers im aufgeweichten Asphalt stecken. Der bisherige Tour-Zweite knallte auf den Boden, rutschte mit hoher Geschwindigkeit mehrere Meter über den Asphalt.

Direkt dahinter Lance Armstrong, der gerade noch ausweichen konnte. Der viermalige Toursieger muss von der Straße, fährt rund 200 Meter querfeldein den Berg runter. Irre, aber so kann er sofort wieder zur Hauptgruppe aufschließen.

Beloki bleibt regungslos am Boden liegen. Niemand weiß zu diesem Zeitpunkt, wie schwer er verletzt ist. Er wird mit dem Krankenwagen abtransportiert, für ihn ist die Tour gelaufen. Später kommt die Diagnose: Oberschenkel-Halsbruch am rechten Bein und eine Verletzung an der Hüfte.

Das Hauptfeld (mit Ullrich) rollte nach dem Sturz-Drama langsam an der Unfallstelle vorbei, geschockt absolvierten die Fahrer die letzten 4 Kilometer bis zum Ziel.

Der neue Telekom-Star Alexander Winokurow sprintete unterdessen mit 37 Sekunden Vorsprung auf die Verfolger jubelnd zum Tagessieg. Er hatte vom Sturz-Drama um Beloki nichts mitbekommen.

Jetzt ist der Kasache plötzlich der neue Armstrong-Jäger, hat nur noch 20 Sekunden Rückstand auf den Amerikaner.

Im Ziel-Bereich aber herrschte überall bedrückte Stimmung.

Beloki-Teamkollege Jörg Jaksche (hatte an der Sturzstelle sofort angehalten, um seinem Kapitän Beistand zu leisten) war total betroffen: „Er konnte sich nicht mehr bewegen. Er lag nur da und hat gelitten.“

Nach dem Ausfall von Beloki wird Jaksche jetzt wohl der neue ONCE-Kapitän. Bitter für den Ansbacher: Er opferte heute seine eigenen Tour-Chancen für den verletzten Beloki auf. Durch seinen Stopp an der Unfallstelle kam Jaksche mit 4:26 Minuten Rückstand auf Winokurow ins Ziel, liegt jetzt in der Gesamtwertung schon 7:05 Minuten hinter Armstrong (Platz 1cool .

Jaksche hatte während der letzten Alpen-Etappe lange Zeit mit einer Ausreißergruppe in Führung gelegen. Schlüpfte zwischenzeitlich sogar ins virtuelle Gelbe Trikot. Erst auf den letzten Kilometern wurde er vom Hauptfeld gestellt. Kurze Zeit später dann das Sturz-Drama.

Armstrong zum Beloki-Unfall: „Ich hatte Angst wie noch nie im Rennen und habe lediglich dank eines Überlebensreflexes Schlimmeres verhindert.“ Und weiter: „Ich kann von Glück sagen, dass es bei mir nur ein Cross-Abstecher war. Der Bodenbelag war aufgeweicht und die Abfahrt alles andere als sicher.“

Ullrich bekam von dem Sturz fast gar nichts mit: „Ich habe nur gesehen, dass Lance durchs Gras musste.“

Armstrong hat durch seine unfreiwillige Abkürzung keine Strafe zu befürchten, wie die Jury mitteilte. Dafür aber neue Angriffe von Winokurow – und Ullrich.

Der deutsche Toursieger von 1997: „Lance hat heute kämpfen müssen und ich glaube, dass ich in den Pyrenäen noch zulegen kann.“
Paulchen
Tja, so ist dieser Sport, in wenigen Augenblicken kann sich alles verändern, allerdings ist ein solcher Etappenausgang für keinen Voraussehbar gewesen.

Mir war schon sofort nach dem Sturz klar, das es sich erledigt hat für Beloki, denn ein solcher Aufprall auf die rechte Hüfte konnte unmöglich ohne Frakturen ausgehen. Wie in Detailaufnahmen zu sehen war, hatte sich an Belokis Hinterrad der Reifen abgelöst, was zur völligen Blockade des selbigen geführt hat, damit gabs für Beloki kein Halten mehr.

Ich wünsche Beloki, das er hoffentlich diese schweren Verletzungen übersteht und vielleicht bald wieder auf dem Rad sitzen kann und sich bei der nächsten Tour wieder mit Armstrong und Co. tolle Duelle liefern kann, ganz fest die Daumen dafür drück.
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