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0190-Dialer
0190-Tarife im Überblick
Vorwahl Kosten
0190-0 beliebig hoch
0190-1,2,3,5 0,618 €/Minute
0190-6 0,433 €/Minute
0190-7,9 1,237 €/Minute
0190-8 1,855 €/Minute
0193 beliebig hoch
----------------------------
So arbeiten die 0190-Dialer
Wenn Erotik-Seiten mit "Highspeed"-Zugängen werben, steckt meist nichts Gutes dahinter. Wer auf diese oder andere Betrügereien mit 0190-Dialern reinfällt, hat schnell eine hohe Telefonrechnung.
Die meisten Surfer wählen sich hierzulande immer noch über Modem oder ISDN ins Internet ein. Die Verbindungen richtet man selbst im so genannten DFÜ-Netzwerk von Windows ein - oder lässt es von einem kleinen Hilfsprogramm erledigen.
Genau diesen Weg gehen auch die 0190-Dialer: Sie erstellen einen DFÜ-Eintrag, um dann über ein installiertes Modem eine teure 0190-Nummer anzuwählen. So kann man tatsächlich im Internet und auch in geschützten Bereichen surfen. Der Vorteil für den Kunden: Alles läuft anonym, abgerechnet wird über die Telefonrechnung.
----
Vorsichtsmaßnahmen: Richtig schützen
Da Dialer sich nicht nur über Sex-Seiten verbreiten, ist prinzipiell jeder gefährdet: Achtung auch bei E-Mails und Chat-Nachrichten von Fremden oder auf illegalen MP3-Webseiten. CHIP Online gibt Tipps zum Vorbeugen.
ISDN-Kanäle ständig überwachen
Besonders gefährlich leben Besitzer von internen ISDN-Karten und Modems: Denn im Gegensatz zu einem externen Modem, das auf dem Tisch liegt und blinkt und bei der Einwahl sogar pfeift, hat man bei einer internen ISDN-Karte keine Kontrolle über laufende Verbindungen.
Vielen ISDN-Karten liegt eine Software bei, die die ISDN-Kanäle überwacht - bei AVMs Fritz-Karten heißt sie zum Beispiel "ISDNWatch". Diese sollten Sie unbedingt verwenden, denn einige so genannte CAPI-Dialer wählen sich direkt ein, ganz ohne das DFÜ-Netzwerk zu bemühen. Die Software, die Sie kostenlos bei CHIP Online herunterladen können, funktioniert mit allen ISDN-Karten mit CAPI 2.0.
Stecker ziehen - oder auf DSL umsteigen
Die beste Methode ist natürlich, eine teure Internet-Verbindung physisch zu verhindern: Stecker ziehen und nichts kann mehr passieren. Auf der sicheren Seite sind ohnehin alle DSL-Nutzer, die gar kein Modem oder ISDN-Karte mehr eingerichtet haben. Auch das DSL-Modem wählt sich zwar scheinbar über das DFÜ-Netzwerk ein; tatsächlich handelt es sich bei DSL aber um eine Art Standleitung, die über die "Einwahl" nur aktiviert wird.
DFÜ-Netzwerk regelmäßig checken
Schauen Sie einfach ab und zu ins DFÜ-Netzwerk, um dort verdächtige Einträge zu finden. Da einige Einträge nur erscheinen, während die betreffende Verbindung aktiv ist, sollten Sie den Check unbedingt machen, während Sie online sind. Prüfen Sie auch zunächst unverdächtige Einträge, die sie vielleicht selbst angelegt haben: Einige Dialer ersetzen kurzerhand die Einwahlnummer, ändern den Namen der Verbindung aber nicht. Übrigens: Viele Providernummern (zum Beispiel von T-Online und 1&1) beginnen tatsächlich mit 0191xxxx - aber das sieht nur so ähnlich aus. 0190 und 0193 sind die gefährlich teuren Vorwahlen.
ActiveX ausschalten
Wer verhindern will, dass ein Dialer sich automatisch installiert und startet, sollte ActiveX ausschalten. Nutzer von Netscape oder Opera brauchen davor keine Angst zu haben: Ihr Browser unterstützt die Microsoft-Technologie ohnehin nicht. Die Einstellungen im Internet-Explorer finden Sie unter »Extras | Internetoptionen | Sicherheit | Stufe anpassen«.
DFÜ-Einwahl nicht automatisch zulassen
Lassen Sie auf keinen Fall zu, dass sich Ihr Computer selbständig ins Web einwählt - speichern Sie am Besten nicht einmal Ihr normales Internet-Passwort. Prüfen Sie im Internet Explorer unter »Extras | Internetoptionen | Verbindungen«, ob der Punkt »Immer Standardverbindung wählen« aktiviert ist - er öffnet Dialern Tür und Tor.
Gratis-Schutzprogramm installieren
Einen guten Schutz bieten diverse Free- und Shareware-Programme, die im Hintergrund die Aktivitäten auf dem eigenen PC überwachen. (Siehe Ende des Beitrages)
0190-Nummern sperren
Viele Telefonanlagen können so konfiguriert werden, dass prinzipiell keine 0190-Einwahlen möglich sind.
Schlechtes Image durch Missbrauch
Im Grunde sind 0190-Dialer ein sinnvolles System, um Internet-Inhalte kostenpflichtig unters Volk zu bringen. Der Verhaltenskodex der "Freiwilligen Selbstkontrolle Telefonmehrwertdienste" enthält Regeln, wie die Dialer aufgebaut sein müssen. Doch leider schert das viele unseriöse Anbieter wenig: Oft genug wird der Nutzer vor der Einwahl nicht über die Kosten informiert und erfährt erst hinterher über seine Telefonrechnung von den horrenden Preisen: Einige Anbieter tarnen ihre Dialer als Grafik-Plug-in oder preisen sie als "kostenlosen Highspeed-Zugang" an.
Die Telekom kassiert mit
In Deutschland verwaltet die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) die "Mehrwertdienst"- oder Premium-Rate-Nummern. Die Telekom und ihre Konkurrenten mieten die Nutzrechte für diese Nummern und geben sie zum Beispiel an Dialer-Anbieter weiter. Auch die Abrechnung liegt in Händen der Telefonfirmen - natürlich gegen oftmals fette Provisionen.
Dialer erkennen: Die Tricks der Anbieter
Klare Preis-Informationen, Hinweise zum Download und genauer Nutzen des Dialers - all das teilt ein seriöser Anbieter seinem Kunden vor der Einwahl mit. Und vor allem gibt er die Möglichkeit, das Angebot abzulehnen.
Auf Sex- und Warez-Seiten hält sich kaum ein Anbieter an die Regeln für Dialer, die sogar im Strafgesetzbuch festgeschrieben sind (mehr dazu auf der Seite zur Rechtslage).
Automatische Downloads
Sobald man auf die Dialer-verseuchte Webseite kommt oder auf einen simplen Link klickt, startet der Download - und der ist häufig nicht einmal als solcher zu erkennen. Über ActiveX, VB- und Java-Skript starten die Anbieter den Download und die anschließende Einwahl automatisch. Nur verschärfte Sicherheitseinstellungen am Browser können das verhindern.
Angebliche Highspeed-Zugänge
"Jetzt klicken für anonymen Highspeed-Zugang" oder "Gratis-Login" - mit solchen Schlagworten locken die Anbieter ahnungslose Surfer in die Gebührenfalle. Wer einmal genau nachdenkt, kommt schnell darauf, dass es einen Highspeed-Zugang gar nicht geben kann, denn per Modem oder ISDN sind nun mal Datenraten von 7 beziehungsweise 8 KByte pro Sekunde die technische Grenze. Wäre ein Angebot wirklich gratis, bräuchte man bestimmt keine zusätzliche Software installieren, sondern könnte völlig unbehelligt auf der Website weiterklicken.
Automatisches Einwählen
Selbst wenn Sie sich entschlossen haben, einen Dialer herunterzuladen um ihn dann vielleicht auch zu benutzen, kann der Anbieter Sie ganz schnell noch abzocken: mit einer automatische Einwahl nach Anklicken des Dialers. Ohne vorherige Abfrage oder Gebühreninformation werden Sie zur Kasse gebeten - und bei ISDN ist die Einwahl schneller erledigt, als Sie reagieren können. Tipp: Im Zweifel erstmal mit gezogenem Stecker ausprobieren.
Fehlende Preisangaben
Lässt Sie ein Dialer ganz im Unklaren über die Gebühren oder müssen Sie erst lange danach suchen, sollten Sie ihn lieber gleich wieder löschen. Schließlich kann der Anbieter die Höhe der Gebühren selbst bestimmen.
Gecrackte Dialer
Vor allem per E-Mail und über Messaging-Programme wie ICQ verbreiten sich Links zu vermeintlich gecrackten Dialern für "absolut kostenlosen Sex-Zugang". Finger weg davon - einen Dialer kann man gar nicht cracken, die Kosten entstehen ja ausschließlich über die teure 0190-Einwahlnummer.
Fast jede Woche gibt es Nachrichten über neue Tricks: Mal tarnt ein Anbieter seinen Dialer als "Alters-Check", ein anderer kauft Domains mit kleinen Tippfehlern wie www.arbietsamt.de oder www.svenkomt.de. Die fieseste Masche: Mails mit gefälschtem Absender. Angebliche Support-Mails von Microsoft oder T-Online stellten sich in der Vergangenheit als 0190-Abzocke heraus. Dagegen hilft nur gesunder Menschenverstand: Sieht die E-Mail wirklich offiziell aus oder strotzt sie gar vor Tippfehlern oder wirren Formulierungen? Im Zweifel hilft ein kurzer Anruf beim Absender weiter.
System-Check: Dialer entfernen
0190-Dialer verstecken sich überall auf Ihrem Rechner: unbekannte Einträge in der Registry, dem DFÜ-Netzwerk und im Autostart-Verzeichnis, Herzchen auf dem Desktop, Weltkugeln im Systray.
Befürchten Sie, dass sich ein 0190-Dialer auf Ihren Rechner breit gemacht hat, sollten Sie als erstes Ihren Modem- oder ISDN-Stecker ziehen.
Achtung beim Uninstall
Einige Dialer bringen gemäß den Forderungen der Freiwilligen Selbstkontrolle einen Uninstaller mit. Verlassen Sie sich aber nicht auf solche Programme: Einige Dialer täuschen das Entfernen nur vor, bleiben aber im Hintergrund weiter aktiv. Deshalb sollten Sie die folgenden Tipps beachten.
DFÜ-Netzwerk eingehend prüfen
Erste Anlaufstelle für Verbindungen ins Web: das so genannte DFÜ-Netzwerk von Windows, unter Windows XP heißt der Eintrag in der Systemsteuerung schlicht "Netzwerkverbindungen". Die meisten Dialer hinterlassen hier Einträge, die Sie auf jeden Fall löschen sollten. Oder haben Sie die Einträge "sex-zugangde" und "Uni-Dialer" selbst eingerichtet und sogar zur Standard-Verbindung gemacht? Die gemeinere Variante der Dialer hinterlässt keinen eigenen Eintrag, sondern trägt einfach die 0190-Einwahlnummer in die Standardverbindung ein. Dann klicken Sie zwar wie gewohnt auf "T-Online", Ihr Modem wählt aber eine 0190-Nummer. Also: Einwahlnummern checken.
Dialer finden und erkennen
Die ausführbaren Dateien der Dialer finden Sie meistens in Ihrem Standard-Download-Verzeichnis. Zahlreiche Verknüpfungen auf dem Desktop und im Startmenü verweisen immer auf die gleichen Dateien; Icons im Systray neben der Uhr starten die Einwahl oft auf einfaches Klicken. Wenn Sie den Namen des Dialers herausgefunden haben, sollten Sie ihn aus allen denkbaren Verzeichnissen löschen. Als nächstes ist die Registry dran - die meisten Einträge finden sich im Schlüssel »HKEY_CURRENT_USER\Software«. Über »Bearbeiten | Suchen« können Sie gezielt nach Dialer-Einträgen forschen und diese löschen. Entweder, Sie verwenden dazu den Registrierungseditor von Windows oder ein kostenloses Tool wie den RegCleaner.
Versteckte Autostart-Einträge in der Registry
Programme, die direkt nach dem Start des Computers automatisch geladen werden sollen, liegen in der Regel im »Autostart«-Ordner im Startmenü. Da das dubiosen 0190-Dialern aber zu offensichtlich wäre, verstecken sie ihre Autostart-Informationen in der Registry. Unter »HKEY_LOCAL_MACHINE\ Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion« finden Sie die Einträge »Run« und »RunOnce«. Löschen Sie aus beiden alle Einträge, die mit einem Dialer zu tun haben könnten.
Startseite im Internet Explorer
Einige Programme - nicht nur Dialer - wollen Ihnen eine feste Browser-Startseite aufzwingen. Die Informationen zu Start- und Suchseiten sind in der Registry abgelegt. Der Trick funktioniert folgendermaßen: Der Inhalt einer Datei, die irgendwo unscheinbar auf der Festplatte liegt, wird automatisch zu jedem Systemstart zur Registry hinzugefügt. Der dazu nötige Aufruf in der Form »regedit.exe /s c:\datei.dat« ist als versteckter Autostart-Eintrag unter »HKEY_LOCAL_MACHINE\Software\Microsoft\ Windows\CurrentVersion\Run« zu finden. Lösung des Problems: Eintrag löschen und eigene Seiten neu definieren.
Das geht entweder im Internet Explorer über »Extras | Internetoptionen | Programme | Webeinstellungen zurücksetzen« oder auch über die Registry: »HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Internet Explorer\Main« birgt alle relevanten Einstellungen.
Downloads: Top-Tools, die (meistens) helfen
Die Programmierer von 0190-Dialern liefern sich ein Katz-und-Maus-Spiel mit Anbietern von Hilfs-Software. Bei CHIP Online gibt's die besten Tools zum Download.
Die hier vorgestellten Hilfs-Tools schützen zwar, doch ergreifen manche 0190-Wählprogramme mittlerweile Gegenmaßnahmen: So gibt es Dialer, die die Anti-Software überlisten und deaktivieren. Ähnlich wie bei Antiviren-Software können Programmierer immer nur auf bestehende Gefahren reagieren. Daher sind auch die besten Hilfs-Programme manchmal wirkungslos.
0190-Warner
Das Programm überwacht den Aufbau von DFÜ-Verbindungen. Wird eine 0190- oder 0193-Nummer erkannt, schlägt es Alarm und bietet an, die Verbindung zu trennen. Über einen Filter können bestimmte Nummern von vornherein freigeschaltet werden.
YAW
Yet Another Warner wurde von den Machern der Site www.trojaner-info.de entwickelt. YAW überwacht das DFÜ-Netzwerk; es warnt, wenn ein Programm Änderungen vornehmen will und fragt nach, wenn eine DFÜ-Verbindung aufgenommen wird. Ist der Nutzer nicht einverstanden, kann er die Verbindung gleich löschen. Nach der Installation zeigt YAW alle installierten DFÜ-Verbindungen mit den jeweiligen Rufnummern. Sie haben dann die Möglichkeit, verdächtige Einträge zu deaktivieren.
SmartSurfer
Der Internet-Anbieter Web.de stellt das Tool kostenlos zur Verfügung. SmartSurfer prüft, ob eine Einwahl per 0190-Dialer erfolgt. Außerdem checkt das Programm das DFÜ-Netzwerk auf verdächtige Einträge. Der SmartSurfer löscht 0190-Verbindungen ebenfalls nicht automatisch, da diese ja auch von seriösen Anbietern stammen können. Gehackte DFÜ-Verbindungen durchschaut aber auch SmartSurfer nicht.
0190 Alarm 1.3
Die Software kontrolliert und protokolliert alle Verbindungen, die über das DFÜ-Netzwerk aufgebaut werden. Sobald eine Verbindung zu einer verdächtigen Nummer erfolgen soll, meldet sich das Programm und fragt, ob die Verbindung tatsächlich aufgebaut werden soll. Beim Windows-Start durchsucht das Programm zusätzlich die Einträge im DFÜ-Netzwerk.
SenseConnect! Pro
Diese werbefreie Shareware zeigt in der Windows-Task-Leiste den jeweils günstigsten Internet-Anbieter an. Außerdem schützt das Programm vor 0190-Dialern und enthält sogar einen E-Mail-Client.
Popupkiller
Eigentlich soll das Programm vor Werbebannern schützen. Zusätzlich untersucht der Popupkiller das DFÜ-Netzwerk aber auch nach 0190- und 0193-Verbindungen. Nachteil: Die Testversion lässt sich nur zehnmal starten.
Rechtslage: Tipps für Geschädigte
Von Stefan Reinke
Juristische Auseinandersetzungen sind unerfreulich, aber man kann sich wappnen.
Überweisen Sie auf keinen Fall die zu viel angefallenen Gebühren. Sollten Sie der Telekom eine Einzugs-Ermächtigung erteilt haben, buchen Sie das Geld über Ihre Bank zurück und stornieren Sie die Einzugs-Ermächtigung.
Legen Sie Widerspruch gegen die Rechnung ein. Laut einem Urteil des Amtsgerichts Köln (AZ: 20 U 222/98) kann dies per Post oder E-Mail erfolgen.
Bestreiten Sie, dass der Dialer den Internet-Zugang ordnungsgemäß hergestellt hat. Denn vor Gericht muss der Anbieter genau dies nachweisen. Wurden Sie bei der Installation nicht darüber informiert, dass ein Dialer eingerichtet wurde, haben Sie gute Karten. Gleiches gilt, wenn Sie nicht über die Kosten aufgeklärt wurden.
Heben Sie vorsichtshalber immer die Telefonrechnungen mit Einzelverbindungsnachweis der letzten Monate auf. Damit können Sie zeigen, dass die hohe Rechnung ein Ausreißer ist und dass Sie die betreffende Dialer-Nummer nie zuvor gewählt haben.
Computerbetrug nach §263a StGB
Die Abzocke mit 0190-Dialern ist kein Kavaliersdelikt. So geht der Paragraf 263a des Strafgesetzbuches ausführlich auf Computerbetrug ein: "Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er das Ergebnis eines Datenverarbeitungsvorgangs durch unrichtige Gestaltung des Programms, durch Verwendung unrichtiger oder unvollständiger Daten, durch unbefugte Verwendung von Daten oder sonst durch unbefugte Einwirkung auf den Ablauf beeinflusst, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft."
Das plant die Bundesregierung
Hilfe sollen Dialer-Geschädigte auch von Seiten der Bundesregierung bekommen: Verbraucherschutz-Ministerin Renate Künast nimmt die Telekommunikationsfirmen in die Pflicht und fordert sie auf, zu kontrollieren, wer mit 0190-Nummern Schindluder treibt. Sollte dies nicht in "angemessener Frist" geschehen, würde ein entsprechendes Gesetz auf den Weg gebracht. Außerdem sollen die Unternehmen ihre Kunden rechtzeitig warnen, wenn der übliche Gebührenrahmen deutlich gesprengt wird. Die Anbieter von unseriösen Dialern betreiben, so Künast, unlauteren Wettbewerb.
Auf der Webseite www.dialerundrecht.de haben die Rechtsanwälte Weber & Partner Urteile und Gesetzestexte zum Thema 0190-Dialer zusammengefasst.
Fazit: Angelockt und abgezockt
"Highspeed-Zugang gratis" - wer will das nicht? Und weil die Anbieter von 0190-Dialern so nett sind, lassen sie die Einwahl unbemerkt im Hintergrund laufen. Ganz ohne dass sich der Nutzer davon belästigt fühlen müsste.
Leider wird der Internet-Zugang keinen Deut schneller, kostet dafür aber richtig viel Geld. Angelockt von virtuell-willigen Teenie-Girls landet so mancher Surfer ohne viel eigenes Zutun auf Webseiten, deren Geschäftsmodell denkbar einfach ist: Abzocken, wo es nur geht!
Die Tricks der Dialer werden immer dreister, und Telekom & Co. ist das nur recht: Sie verdienen schließlich kräftig mit - für das Geldeintreiben lassen sie sich fürstlich entlohnen. Einwahlnummern mit frei definierbaren Kosten sind eine absolute Frechheit, denn niemals kann der Wert der Information, die hinter dem kurzen Anruf einer 0190-0-Nummer steht, hunderte Euro wert sein.
Gesetze gegen schwarze Schafe
Hier ist die Politik gefragt, Gesetze härter zu formulieren und Verbraucher besser zu schützen. Zurzeit sind die Anbieter klar im Vorteil, denn auf einen Rechtsstreit lässt sich keiner so schnell ein. Wer will schon als 0190-Kunde abgestempelt werden oder zugeben müssen, dass er seinen Computer nicht im Griff hat?
DSL - wirksamer Schutz gegen Dialer
"50 Prozent der 0190-Anbieter sind Abzocker", bestätigen Branchen-Insider. Da helfen oft auch keine Schutz-Tools, denn die werden von einigen Dialern schon überlistet. Die wirksamste Methode ist tatsächlich: ISDN- oder Modem-Stecker ziehen! Spätestens, wenn man den Verdacht hat, sich einen 0190-Dialer eingefangen zu haben. Oder wenn man ohnehin schon auf DSL umgestiegen ist - denn damit ist man nicht nur wirklich mit Highspeed unterwegs sondern auch tatsächlich außer 0190-Gefahr
Beispiele (Gallerie)
0190-Tarife im Überblick
Vorwahl Kosten
0190-0 beliebig hoch
0190-1,2,3,5 0,618 €/Minute
0190-6 0,433 €/Minute
0190-7,9 1,237 €/Minute
0190-8 1,855 €/Minute
0193 beliebig hoch
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So arbeiten die 0190-Dialer
Wenn Erotik-Seiten mit "Highspeed"-Zugängen werben, steckt meist nichts Gutes dahinter. Wer auf diese oder andere Betrügereien mit 0190-Dialern reinfällt, hat schnell eine hohe Telefonrechnung.
Die meisten Surfer wählen sich hierzulande immer noch über Modem oder ISDN ins Internet ein. Die Verbindungen richtet man selbst im so genannten DFÜ-Netzwerk von Windows ein - oder lässt es von einem kleinen Hilfsprogramm erledigen.
Genau diesen Weg gehen auch die 0190-Dialer: Sie erstellen einen DFÜ-Eintrag, um dann über ein installiertes Modem eine teure 0190-Nummer anzuwählen. So kann man tatsächlich im Internet und auch in geschützten Bereichen surfen. Der Vorteil für den Kunden: Alles läuft anonym, abgerechnet wird über die Telefonrechnung.
----
Vorsichtsmaßnahmen: Richtig schützen
Da Dialer sich nicht nur über Sex-Seiten verbreiten, ist prinzipiell jeder gefährdet: Achtung auch bei E-Mails und Chat-Nachrichten von Fremden oder auf illegalen MP3-Webseiten. CHIP Online gibt Tipps zum Vorbeugen.
ISDN-Kanäle ständig überwachen
Besonders gefährlich leben Besitzer von internen ISDN-Karten und Modems: Denn im Gegensatz zu einem externen Modem, das auf dem Tisch liegt und blinkt und bei der Einwahl sogar pfeift, hat man bei einer internen ISDN-Karte keine Kontrolle über laufende Verbindungen.
Vielen ISDN-Karten liegt eine Software bei, die die ISDN-Kanäle überwacht - bei AVMs Fritz-Karten heißt sie zum Beispiel "ISDNWatch". Diese sollten Sie unbedingt verwenden, denn einige so genannte CAPI-Dialer wählen sich direkt ein, ganz ohne das DFÜ-Netzwerk zu bemühen. Die Software, die Sie kostenlos bei CHIP Online herunterladen können, funktioniert mit allen ISDN-Karten mit CAPI 2.0.
Stecker ziehen - oder auf DSL umsteigen
Die beste Methode ist natürlich, eine teure Internet-Verbindung physisch zu verhindern: Stecker ziehen und nichts kann mehr passieren. Auf der sicheren Seite sind ohnehin alle DSL-Nutzer, die gar kein Modem oder ISDN-Karte mehr eingerichtet haben. Auch das DSL-Modem wählt sich zwar scheinbar über das DFÜ-Netzwerk ein; tatsächlich handelt es sich bei DSL aber um eine Art Standleitung, die über die "Einwahl" nur aktiviert wird.
DFÜ-Netzwerk regelmäßig checken
Schauen Sie einfach ab und zu ins DFÜ-Netzwerk, um dort verdächtige Einträge zu finden. Da einige Einträge nur erscheinen, während die betreffende Verbindung aktiv ist, sollten Sie den Check unbedingt machen, während Sie online sind. Prüfen Sie auch zunächst unverdächtige Einträge, die sie vielleicht selbst angelegt haben: Einige Dialer ersetzen kurzerhand die Einwahlnummer, ändern den Namen der Verbindung aber nicht. Übrigens: Viele Providernummern (zum Beispiel von T-Online und 1&1) beginnen tatsächlich mit 0191xxxx - aber das sieht nur so ähnlich aus. 0190 und 0193 sind die gefährlich teuren Vorwahlen.
ActiveX ausschalten
Wer verhindern will, dass ein Dialer sich automatisch installiert und startet, sollte ActiveX ausschalten. Nutzer von Netscape oder Opera brauchen davor keine Angst zu haben: Ihr Browser unterstützt die Microsoft-Technologie ohnehin nicht. Die Einstellungen im Internet-Explorer finden Sie unter »Extras | Internetoptionen | Sicherheit | Stufe anpassen«.
DFÜ-Einwahl nicht automatisch zulassen
Lassen Sie auf keinen Fall zu, dass sich Ihr Computer selbständig ins Web einwählt - speichern Sie am Besten nicht einmal Ihr normales Internet-Passwort. Prüfen Sie im Internet Explorer unter »Extras | Internetoptionen | Verbindungen«, ob der Punkt »Immer Standardverbindung wählen« aktiviert ist - er öffnet Dialern Tür und Tor.
Gratis-Schutzprogramm installieren
Einen guten Schutz bieten diverse Free- und Shareware-Programme, die im Hintergrund die Aktivitäten auf dem eigenen PC überwachen. (Siehe Ende des Beitrages)
0190-Nummern sperren
Viele Telefonanlagen können so konfiguriert werden, dass prinzipiell keine 0190-Einwahlen möglich sind.
Schlechtes Image durch Missbrauch
Im Grunde sind 0190-Dialer ein sinnvolles System, um Internet-Inhalte kostenpflichtig unters Volk zu bringen. Der Verhaltenskodex der "Freiwilligen Selbstkontrolle Telefonmehrwertdienste" enthält Regeln, wie die Dialer aufgebaut sein müssen. Doch leider schert das viele unseriöse Anbieter wenig: Oft genug wird der Nutzer vor der Einwahl nicht über die Kosten informiert und erfährt erst hinterher über seine Telefonrechnung von den horrenden Preisen: Einige Anbieter tarnen ihre Dialer als Grafik-Plug-in oder preisen sie als "kostenlosen Highspeed-Zugang" an.
Die Telekom kassiert mit
In Deutschland verwaltet die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) die "Mehrwertdienst"- oder Premium-Rate-Nummern. Die Telekom und ihre Konkurrenten mieten die Nutzrechte für diese Nummern und geben sie zum Beispiel an Dialer-Anbieter weiter. Auch die Abrechnung liegt in Händen der Telefonfirmen - natürlich gegen oftmals fette Provisionen.
Dialer erkennen: Die Tricks der Anbieter
Klare Preis-Informationen, Hinweise zum Download und genauer Nutzen des Dialers - all das teilt ein seriöser Anbieter seinem Kunden vor der Einwahl mit. Und vor allem gibt er die Möglichkeit, das Angebot abzulehnen.
Auf Sex- und Warez-Seiten hält sich kaum ein Anbieter an die Regeln für Dialer, die sogar im Strafgesetzbuch festgeschrieben sind (mehr dazu auf der Seite zur Rechtslage).
Automatische Downloads
Sobald man auf die Dialer-verseuchte Webseite kommt oder auf einen simplen Link klickt, startet der Download - und der ist häufig nicht einmal als solcher zu erkennen. Über ActiveX, VB- und Java-Skript starten die Anbieter den Download und die anschließende Einwahl automatisch. Nur verschärfte Sicherheitseinstellungen am Browser können das verhindern.
Angebliche Highspeed-Zugänge
"Jetzt klicken für anonymen Highspeed-Zugang" oder "Gratis-Login" - mit solchen Schlagworten locken die Anbieter ahnungslose Surfer in die Gebührenfalle. Wer einmal genau nachdenkt, kommt schnell darauf, dass es einen Highspeed-Zugang gar nicht geben kann, denn per Modem oder ISDN sind nun mal Datenraten von 7 beziehungsweise 8 KByte pro Sekunde die technische Grenze. Wäre ein Angebot wirklich gratis, bräuchte man bestimmt keine zusätzliche Software installieren, sondern könnte völlig unbehelligt auf der Website weiterklicken.
Automatisches Einwählen
Selbst wenn Sie sich entschlossen haben, einen Dialer herunterzuladen um ihn dann vielleicht auch zu benutzen, kann der Anbieter Sie ganz schnell noch abzocken: mit einer automatische Einwahl nach Anklicken des Dialers. Ohne vorherige Abfrage oder Gebühreninformation werden Sie zur Kasse gebeten - und bei ISDN ist die Einwahl schneller erledigt, als Sie reagieren können. Tipp: Im Zweifel erstmal mit gezogenem Stecker ausprobieren.
Fehlende Preisangaben
Lässt Sie ein Dialer ganz im Unklaren über die Gebühren oder müssen Sie erst lange danach suchen, sollten Sie ihn lieber gleich wieder löschen. Schließlich kann der Anbieter die Höhe der Gebühren selbst bestimmen.
Gecrackte Dialer
Vor allem per E-Mail und über Messaging-Programme wie ICQ verbreiten sich Links zu vermeintlich gecrackten Dialern für "absolut kostenlosen Sex-Zugang". Finger weg davon - einen Dialer kann man gar nicht cracken, die Kosten entstehen ja ausschließlich über die teure 0190-Einwahlnummer.
Fast jede Woche gibt es Nachrichten über neue Tricks: Mal tarnt ein Anbieter seinen Dialer als "Alters-Check", ein anderer kauft Domains mit kleinen Tippfehlern wie www.arbietsamt.de oder www.svenkomt.de. Die fieseste Masche: Mails mit gefälschtem Absender. Angebliche Support-Mails von Microsoft oder T-Online stellten sich in der Vergangenheit als 0190-Abzocke heraus. Dagegen hilft nur gesunder Menschenverstand: Sieht die E-Mail wirklich offiziell aus oder strotzt sie gar vor Tippfehlern oder wirren Formulierungen? Im Zweifel hilft ein kurzer Anruf beim Absender weiter.
System-Check: Dialer entfernen
0190-Dialer verstecken sich überall auf Ihrem Rechner: unbekannte Einträge in der Registry, dem DFÜ-Netzwerk und im Autostart-Verzeichnis, Herzchen auf dem Desktop, Weltkugeln im Systray.
Befürchten Sie, dass sich ein 0190-Dialer auf Ihren Rechner breit gemacht hat, sollten Sie als erstes Ihren Modem- oder ISDN-Stecker ziehen.
Achtung beim Uninstall
Einige Dialer bringen gemäß den Forderungen der Freiwilligen Selbstkontrolle einen Uninstaller mit. Verlassen Sie sich aber nicht auf solche Programme: Einige Dialer täuschen das Entfernen nur vor, bleiben aber im Hintergrund weiter aktiv. Deshalb sollten Sie die folgenden Tipps beachten.
DFÜ-Netzwerk eingehend prüfen
Erste Anlaufstelle für Verbindungen ins Web: das so genannte DFÜ-Netzwerk von Windows, unter Windows XP heißt der Eintrag in der Systemsteuerung schlicht "Netzwerkverbindungen". Die meisten Dialer hinterlassen hier Einträge, die Sie auf jeden Fall löschen sollten. Oder haben Sie die Einträge "sex-zugangde" und "Uni-Dialer" selbst eingerichtet und sogar zur Standard-Verbindung gemacht? Die gemeinere Variante der Dialer hinterlässt keinen eigenen Eintrag, sondern trägt einfach die 0190-Einwahlnummer in die Standardverbindung ein. Dann klicken Sie zwar wie gewohnt auf "T-Online", Ihr Modem wählt aber eine 0190-Nummer. Also: Einwahlnummern checken.
Dialer finden und erkennen
Die ausführbaren Dateien der Dialer finden Sie meistens in Ihrem Standard-Download-Verzeichnis. Zahlreiche Verknüpfungen auf dem Desktop und im Startmenü verweisen immer auf die gleichen Dateien; Icons im Systray neben der Uhr starten die Einwahl oft auf einfaches Klicken. Wenn Sie den Namen des Dialers herausgefunden haben, sollten Sie ihn aus allen denkbaren Verzeichnissen löschen. Als nächstes ist die Registry dran - die meisten Einträge finden sich im Schlüssel »HKEY_CURRENT_USER\Software«. Über »Bearbeiten | Suchen« können Sie gezielt nach Dialer-Einträgen forschen und diese löschen. Entweder, Sie verwenden dazu den Registrierungseditor von Windows oder ein kostenloses Tool wie den RegCleaner.
Versteckte Autostart-Einträge in der Registry
Programme, die direkt nach dem Start des Computers automatisch geladen werden sollen, liegen in der Regel im »Autostart«-Ordner im Startmenü. Da das dubiosen 0190-Dialern aber zu offensichtlich wäre, verstecken sie ihre Autostart-Informationen in der Registry. Unter »HKEY_LOCAL_MACHINE\ Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion« finden Sie die Einträge »Run« und »RunOnce«. Löschen Sie aus beiden alle Einträge, die mit einem Dialer zu tun haben könnten.
Startseite im Internet Explorer
Einige Programme - nicht nur Dialer - wollen Ihnen eine feste Browser-Startseite aufzwingen. Die Informationen zu Start- und Suchseiten sind in der Registry abgelegt. Der Trick funktioniert folgendermaßen: Der Inhalt einer Datei, die irgendwo unscheinbar auf der Festplatte liegt, wird automatisch zu jedem Systemstart zur Registry hinzugefügt. Der dazu nötige Aufruf in der Form »regedit.exe /s c:\datei.dat« ist als versteckter Autostart-Eintrag unter »HKEY_LOCAL_MACHINE\Software\Microsoft\ Windows\CurrentVersion\Run« zu finden. Lösung des Problems: Eintrag löschen und eigene Seiten neu definieren.
Das geht entweder im Internet Explorer über »Extras | Internetoptionen | Programme | Webeinstellungen zurücksetzen« oder auch über die Registry: »HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Internet Explorer\Main« birgt alle relevanten Einstellungen.
Downloads: Top-Tools, die (meistens) helfen
Die Programmierer von 0190-Dialern liefern sich ein Katz-und-Maus-Spiel mit Anbietern von Hilfs-Software. Bei CHIP Online gibt's die besten Tools zum Download.
Die hier vorgestellten Hilfs-Tools schützen zwar, doch ergreifen manche 0190-Wählprogramme mittlerweile Gegenmaßnahmen: So gibt es Dialer, die die Anti-Software überlisten und deaktivieren. Ähnlich wie bei Antiviren-Software können Programmierer immer nur auf bestehende Gefahren reagieren. Daher sind auch die besten Hilfs-Programme manchmal wirkungslos.
0190-Warner
Das Programm überwacht den Aufbau von DFÜ-Verbindungen. Wird eine 0190- oder 0193-Nummer erkannt, schlägt es Alarm und bietet an, die Verbindung zu trennen. Über einen Filter können bestimmte Nummern von vornherein freigeschaltet werden.
YAW
Yet Another Warner wurde von den Machern der Site www.trojaner-info.de entwickelt. YAW überwacht das DFÜ-Netzwerk; es warnt, wenn ein Programm Änderungen vornehmen will und fragt nach, wenn eine DFÜ-Verbindung aufgenommen wird. Ist der Nutzer nicht einverstanden, kann er die Verbindung gleich löschen. Nach der Installation zeigt YAW alle installierten DFÜ-Verbindungen mit den jeweiligen Rufnummern. Sie haben dann die Möglichkeit, verdächtige Einträge zu deaktivieren.
SmartSurfer
Der Internet-Anbieter Web.de stellt das Tool kostenlos zur Verfügung. SmartSurfer prüft, ob eine Einwahl per 0190-Dialer erfolgt. Außerdem checkt das Programm das DFÜ-Netzwerk auf verdächtige Einträge. Der SmartSurfer löscht 0190-Verbindungen ebenfalls nicht automatisch, da diese ja auch von seriösen Anbietern stammen können. Gehackte DFÜ-Verbindungen durchschaut aber auch SmartSurfer nicht.
0190 Alarm 1.3
Die Software kontrolliert und protokolliert alle Verbindungen, die über das DFÜ-Netzwerk aufgebaut werden. Sobald eine Verbindung zu einer verdächtigen Nummer erfolgen soll, meldet sich das Programm und fragt, ob die Verbindung tatsächlich aufgebaut werden soll. Beim Windows-Start durchsucht das Programm zusätzlich die Einträge im DFÜ-Netzwerk.
SenseConnect! Pro
Diese werbefreie Shareware zeigt in der Windows-Task-Leiste den jeweils günstigsten Internet-Anbieter an. Außerdem schützt das Programm vor 0190-Dialern und enthält sogar einen E-Mail-Client.
Popupkiller
Eigentlich soll das Programm vor Werbebannern schützen. Zusätzlich untersucht der Popupkiller das DFÜ-Netzwerk aber auch nach 0190- und 0193-Verbindungen. Nachteil: Die Testversion lässt sich nur zehnmal starten.
Rechtslage: Tipps für Geschädigte
Von Stefan Reinke
Juristische Auseinandersetzungen sind unerfreulich, aber man kann sich wappnen.
Überweisen Sie auf keinen Fall die zu viel angefallenen Gebühren. Sollten Sie der Telekom eine Einzugs-Ermächtigung erteilt haben, buchen Sie das Geld über Ihre Bank zurück und stornieren Sie die Einzugs-Ermächtigung.
Legen Sie Widerspruch gegen die Rechnung ein. Laut einem Urteil des Amtsgerichts Köln (AZ: 20 U 222/98) kann dies per Post oder E-Mail erfolgen.
Bestreiten Sie, dass der Dialer den Internet-Zugang ordnungsgemäß hergestellt hat. Denn vor Gericht muss der Anbieter genau dies nachweisen. Wurden Sie bei der Installation nicht darüber informiert, dass ein Dialer eingerichtet wurde, haben Sie gute Karten. Gleiches gilt, wenn Sie nicht über die Kosten aufgeklärt wurden.
Heben Sie vorsichtshalber immer die Telefonrechnungen mit Einzelverbindungsnachweis der letzten Monate auf. Damit können Sie zeigen, dass die hohe Rechnung ein Ausreißer ist und dass Sie die betreffende Dialer-Nummer nie zuvor gewählt haben.
Computerbetrug nach §263a StGB
Die Abzocke mit 0190-Dialern ist kein Kavaliersdelikt. So geht der Paragraf 263a des Strafgesetzbuches ausführlich auf Computerbetrug ein: "Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er das Ergebnis eines Datenverarbeitungsvorgangs durch unrichtige Gestaltung des Programms, durch Verwendung unrichtiger oder unvollständiger Daten, durch unbefugte Verwendung von Daten oder sonst durch unbefugte Einwirkung auf den Ablauf beeinflusst, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft."
Das plant die Bundesregierung
Hilfe sollen Dialer-Geschädigte auch von Seiten der Bundesregierung bekommen: Verbraucherschutz-Ministerin Renate Künast nimmt die Telekommunikationsfirmen in die Pflicht und fordert sie auf, zu kontrollieren, wer mit 0190-Nummern Schindluder treibt. Sollte dies nicht in "angemessener Frist" geschehen, würde ein entsprechendes Gesetz auf den Weg gebracht. Außerdem sollen die Unternehmen ihre Kunden rechtzeitig warnen, wenn der übliche Gebührenrahmen deutlich gesprengt wird. Die Anbieter von unseriösen Dialern betreiben, so Künast, unlauteren Wettbewerb.
Auf der Webseite www.dialerundrecht.de haben die Rechtsanwälte Weber & Partner Urteile und Gesetzestexte zum Thema 0190-Dialer zusammengefasst.
Fazit: Angelockt und abgezockt
"Highspeed-Zugang gratis" - wer will das nicht? Und weil die Anbieter von 0190-Dialern so nett sind, lassen sie die Einwahl unbemerkt im Hintergrund laufen. Ganz ohne dass sich der Nutzer davon belästigt fühlen müsste.
Leider wird der Internet-Zugang keinen Deut schneller, kostet dafür aber richtig viel Geld. Angelockt von virtuell-willigen Teenie-Girls landet so mancher Surfer ohne viel eigenes Zutun auf Webseiten, deren Geschäftsmodell denkbar einfach ist: Abzocken, wo es nur geht!
Die Tricks der Dialer werden immer dreister, und Telekom & Co. ist das nur recht: Sie verdienen schließlich kräftig mit - für das Geldeintreiben lassen sie sich fürstlich entlohnen. Einwahlnummern mit frei definierbaren Kosten sind eine absolute Frechheit, denn niemals kann der Wert der Information, die hinter dem kurzen Anruf einer 0190-0-Nummer steht, hunderte Euro wert sein.
Gesetze gegen schwarze Schafe
Hier ist die Politik gefragt, Gesetze härter zu formulieren und Verbraucher besser zu schützen. Zurzeit sind die Anbieter klar im Vorteil, denn auf einen Rechtsstreit lässt sich keiner so schnell ein. Wer will schon als 0190-Kunde abgestempelt werden oder zugeben müssen, dass er seinen Computer nicht im Griff hat?
DSL - wirksamer Schutz gegen Dialer
"50 Prozent der 0190-Anbieter sind Abzocker", bestätigen Branchen-Insider. Da helfen oft auch keine Schutz-Tools, denn die werden von einigen Dialern schon überlistet. Die wirksamste Methode ist tatsächlich: ISDN- oder Modem-Stecker ziehen! Spätestens, wenn man den Verdacht hat, sich einen 0190-Dialer eingefangen zu haben. Oder wenn man ohnehin schon auf DSL umgestiegen ist - denn damit ist man nicht nur wirklich mit Highspeed unterwegs sondern auch tatsächlich außer 0190-Gefahr
Beispiele (Gallerie)